Di

25

Aug

2009

Abnehmen ohne Diät 2

Abnehmen ohne Diät – geht das überhaupt? (Teil 2)

von John McElyea

 

Im ersten Teil meines Beitrages habe ich die negative Auswirkung einer kohlehydratreichen Ernährung auf Gewicht und Gesundheit erklärt und versprochen, eine alternative Ernährungsweise aufzuzeigen, die nicht nur gesund und schmackhaft ist, sondern die es auch erlaubt, sich satt zu essen und trotzdem abzunehmen. Bevor ich aber näher auf diese Ernährungsweise eingehe, noch ein Wort zu den Kohlehydraten.

 

Wie in Teil 1 kurz erwähnt, ist Kohlehydrat nicht gleich Kohlehydrat, was die Auswirkung auf den Blutzucker- und Insulinspiegel betrifft. So gelangen verschiedene Kohlehydrate verschieden schnell in das Blut, und entsprechend verschieden ist auch die Reaktion des Körpers, d.h., die Insulinausschüttung. Die Geschwindigkeit, mit der Kohlehydrate ins Blut gelangen, wird durch den glykämischen Index gemessen. Die Berechnung des Glyx ist bezogen auf 50 Gramm Kohlehydrate aus einem bestimmten Lebensmittel. Generell sollte man Lebensmittel mit einem niedrigen Glyx bevorzugen und solche mit einem hohen Glyx eher meiden. Richtig? Ja und nein. Zum Beispiel ist der Glyx für Weißbrot sehr hoch, für Gemüse sehr niedrig. Hier ergibt es Sinn: Gemüse vorziehen, Weißbrot eher liegen lassen. Schauen wir uns aber zum Beispiel die Wassermelone an: sie hat einen hohen glykämischen Index, aber wem wäre schon mal in den Sinn gekommen, dass Wassermelone zu meiden sei? Wo also liegt das Problem?

 

Wie bereits erwähnt, bezieht sich der Glyx auf 50 Gramm Kohlehydrate aus einem Lebensmittel. Wieviel Wassermelone müsste man aber essen, um 50 Gramm Kohlehydrate zu sich zu nehmen. Antwort: rund 1 Kilogramm, also sehr viel. Und dieses kleine Beispiel zeigt die Problematik, die darin liegt, sich nur auf den Glyx zu verlassen. Denn der zieht halt nicht die typische Portionsgröße eines Lebensmittels in Betracht. Wird diese typische Portionsgröße zusätzlich in die Betrachtung mit einbezogen, sieht das Bild für die Wassermelone schon sehr viel besser aus, denn die dann resultierende sogenannte glykämische Last ist nämlich sehr niedrig. Niedrige glykämische Last führt zu niedrigeren Blutzuckerwerten, die Ausschüttung von Insulin fällt geringer aus, die Fettverbrennung wird weniger stark ausgebremst, und die Gesundheit wird geschont.  

 

Es stellt sich nun die Frage: Ist das schon genug? Brauche ich wirklich nur darauf zu achten, Lebensmittel mit niedriger glykämischer Last zu essen, um gesund zu leben und vielleicht auch abzunehmen? Wenn ich auch noch weniger Kohlehydrate essen soll, wie werde ich denn da satt, ohne Brot, Kartoffeln oder Nudeln? Und überhaupt, wie war das noch mal mit dem Abnehmen ohne zu hungern?

 

Ja, es gibt tatsächlich einen Weg, sich gesund zu ernähren, satt zu essen und dabei auch noch eine Gewichtsabnahme zu erzielen. Diese Ernährungsweise ist keine Geheimtipp, sondern wurde schon vor Jahren von Dr. Nicolai Worm entwickelt. Es handelt sich hierbei um die LOGI-Methode, wobei LOGI für das Englische “low glycemic and insulinemic” steht. Frei überstetzt ist LOGI also eine Ernährungsweise, die den Blutzucker- und Insulinspiegel senkt. Klar ist hier schon, dass es sich bei LOGI nicht um eine Diät handelt, die darauf ausgelegt ist, einen schnellen Gewichtsverlust herbeizuführen. Vielmehr geht es hier um eine gesunde Ernährungsweise, bei der der Gewichtsverlust praktisch als schöner Nebeneffekt auftritt. 

 

Ich selbst habe das erste Mal vor gut einem Jahr von dieser Ernährungsweise gehört. Um mir einen Überblick über diese Methode zu verschaffen, erstand ich damals das Buch “Glücklich und Schlank” von Dr. Nicolai Worm, erschienen im systemed Verlag. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich weiter mit LOGI vertraut machen möchte, denn es bietet sowohl sehr viel interessantes Basiswissen als auch praktische Tipps. Aufgrund der in diesem Buch enthaltenen Informationen habe ich letztes Jahr meine Ernährungsweise umgestellt und  mein Gewicht von 89 kg auf 75 kg reduziert, und dies, ohne Muskelmasse zu verlieren. Zwischenzeitlich habe ich mich auch als LOGI-Trainer zertifizieren lassen, und halte Vorträge über diese Ernährungsweise im Bewegungs- und Ernährungsstudio meiner Frau, elle vital, in Heilbronn-Neckargartach.

 

Aber nun zurück zum eigentlichen Thema.  Was sind die Grundlagen von LOGI? Und wie kann ich LOGI umsetzen?

 

LOGI ist einfach, obwohl sehr viel Wissen, Arbeit und Studien dahinter stecken. LOGI kann aber auch sehr einfach erlernt werden, weil man sich an der LOGI-Pyramide von Dr. Worm orientieren kann.

 

Jeder kennt wahrscheinlich die Ernährungspyramiden, die auf anschauliche Weise die Empfehlungen einer gesunden Ernährung darstellen sollen. Die unterste, breiteste Stufe enthält die Lebensmittel, von denen man am meisten verzehren soll, die oberste Stufe, die Lebensmittel, die man möglichst meiden sollte.

 

Das Problem mit der herkömmlichen Pyramide ist aber: die unterste Stufe nehmen Getreide und Getreideprodukte ein (also Kohlehydrate), erst auf der zweiten Stufe sind Obst und Gemüse vertreten, und während es eiweißreiche Nahrung noch auf die dritte Stufe schafft, sind Fette und Öle auf die oberste, schmale Stufe verbannt. Die herkömmliche Ernährungspyramide ist zwar auch eine anschauliche Darstellungsweise, sie stellt aber leider nicht das Richtige dar.

 

Dr. Worm hat die herkömmliche Ernährungspyramide praktisch auf den Kopf gestellt (ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf Dr. Worms Buch, “Glücklich und Schlank” verweisen). Die unterste Stufe werden von Obst, Gemüse (stärkefrei, also kein Mais), Salaten, und Fetten und Ölen eingenommen. Diese sollte man oft essen. Aber Moment mal, Obst und Gemüse leuchten mir ein. Aber Fette und Öle? Das geht doch gar nicht, Fett macht doch fett! Eine verständliche Reaktion, nachdem man über Jahre und Jahrzehnte mit falscher Information bombardiert worden ist. Aber nur Geduld, die Aufklärung folgt in einem späteren Teil dieses Beitrags. Hier nur ein kurzer Hinweis: Fette haben sehr viele wichtige Funktionen in unserem Körper (sie geben z.B. unseren Zellmembranen Struktur und sind wichtig für die Aufnahme der fettlöslichen Vitamine A, D, E und K).

 

Auf der zweiten Stufe der LOGI-Pyramide finden wir unsere Eiweißlieferanten, wie Fleisch, Fisch, Milch, und Milchprodukte, aber auch Hülsenfrüchte und Nüsse. Die Vertreter der zweiten Stufe sollte man häufig essen.

 

Vertreter der dritten Stufe sollte man in Maßen essen. Hierzu zählen bestimmte Getreide und Getreideprodukte wie Vollkornbrot, Vollkornnudeln und brauner Reis. Warum nur in Maßen essen? Sie enthalten viele Kohlehydrate, also viele Dickmacher.

 

Die letzte Stufe schließlich wird von Produkten eingenommen, die man nur selten essen sollte. Das sind zum Beispiel Getreideprodukte aus raffiniertem Mehl, Kartoffeln, weißer Reis und natürlich auch Süßigkeiten. Diese Lebensmittel haben eine sehr starke Blutzucker- und Insulinwirkung.

 

Diese kurze Beschreibung der LOGI-Pyramide soll hier nur als kurze Übersicht über die radikal andere Denkweise dienen. In späteren Beiträgen werde ich noch genauer darauf eingehen, welche Überlegungen zu dieser Denkweise geführt haben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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